Im Gedenken an Franziska Kipfer
Um andere Menschen zu ermutigen, sprach Franziska Kipfer im Podcast von ALS Schweiz über Ayurveda, Akupunktur und innere Kraft. Vor ihrer ALS-Diagnose war sie Pflege-Dozentin am Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (BGS) in Chur. Dann brauchte sie selbst Pflege – ein Seitenwechsel, der ihr schwerfiel. Bei den Besuchen der Spitex habe ihr geholfen, dass man sie nicht nur «versorgt», sondern als volle Person genommen habe: «Manche haben auch von sich selbst erzählt», erklärte sie.
ALS Schweiz durfte Franziska Kipfer und ihren Mann Harald Schade interviewen. Den Text über sich, den sie davor schickte, hatte sie Buchstabe für Buchstabe, mit beiden Händen auf der Computermaus getippt. Sie schrieb von Dankbarkeit, von der Fürsorge ihres Mannes und der Unterstützung ihrer Familie. Wenn Franziska Kipfer von ihren sechs Enkelkindern erzählte, leuchteten ihre Augen. Das war auch, was ihre 11-jährige Enkelin schilderte, als sie ihre Grossmutter beschreiben sollte: Nicht, dass sie im Rollstuhl sei, sondern, dass ihre Augen leuchteten.
Und obwohl ihre Stimme durch die Krankheit schwächer geworden war, drückte sie deutlich aus, was sie sagen wollte. Ihr Mann hörte genau zu, versuchte, zu übersetzen. Verstand er sie nicht, fragte er nach, tastete sich heran, so lange, bis sie bestätigte, dass er verstanden hat. Nun ist Franziska Kipfer im Alter von 67 Jahren verstorben. Wir möchten den Hinterbliebenen unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen und wünschen uns, die Erinnerung an sie trage dereinst auch Momente des Trosts in sich.
Franziska Kipfer, 22. August 1958 – 26. Februar 2026
