Spendenaktion – Von Bodenhaftung und schneller Hilfe
Die Mutter von David Voltolini war von ALS betroffen – das Paar macht mit seiner Teilnahme am «Wild 110», einem Ultra-Marathon in den Walliser Alpen, auf die Krankheit aufmerksam und sammelt Spenden für ALS Schweiz.
Zeitlebens im Heimatdorf
Über seine Mutter sagt David Voltolini: «Sie war ein Mensch ohne grosse Träume und kümmerte sich am liebsten um andere Menschen.» Zeitlebens habe sie in ihrem Dorf gelebt, in Vouvry, einem Ort mit knapp 5’000 Personen. Die Mutter und der Vater arbeiteten beide in einem Altersheim in Vouvry, sie in der Wäscherei, er als Concierge. Es sei ein «einfaches» Leben gewesen, schildert David Voltolini, und eines mit viel Bodenhaftung, mit Verbundenheit zu den Menschen, die man lange kennt. So bleiben seine Eltern dem Altersheim auch nach ihrer Pensionierung verbunden, engagieren sich zum Beispiel freiwillig an Veranstaltungen der Institution.
Foto der Enkel am wichtigsten
Es ist diese Verbundenheit, an welche sich die Menschen später erinnern, als die Mutter von David Voltolini wegen ihrer Krankheit nicht mehr zuhause wohnen kann: «Sie gehörte zur Familie dort und wohnte etwa zwei Monate selbst im Altersheim, wo sie so lange in der Wäscherei gearbeitet hatte.» Als sie ins Altersheim umzog, wollte sie nur ein Foto ihrer Enkel mitnehmen, das war ihr das Wichtigste. Und was die Familie macht, das habe sie immer wissen wollen, erinnert sich David Voltolini. So habe sie immer gefragt, ob sie online nachschauen könne, wenn sie an einem Lauf teilgenommen hätten.
Loslassen
Natürlich hätten sie alle gewollt, dass seine Mutter zu Hause hätte bleiben können, sagt David Voltolini: «Doch es wurde schnell schlechter. Jeden Tag.» Seine Mutter habe schon länger Symptome gehabt, erzählt er weiter und als sie im Jahr 2023 gestürzt sei, hätten sie neurologische Test gemacht. Nachdem die ALS-Diagnose festgestanden sei, habe sie nur noch elf Monate gelebt. «Niemals hätten wir uns vorstellen können, dass das so schnell gehen würde», erinnert er sich. Zumal die Krankheit in manchen Fällen nicht derart schnell verläuft. Und doch, fährt er fort, der Umzug ins Altersheim sei für seine Mutter auch ein Loslassen gewesen; jetzt habe sie nicht mehr stark sein müssen. Und, dort angekommen, habe sie noch gesagt, sie komme nicht mehr zurück.
Schnelle Hilfe
ALS gehört zu den sogenannten «seltenen Krankheiten» und Betroffene können nicht überall auf schnelle Unterstützung zählen. Umso bedeutender ist es, wenn David Voltolini sagt, ALS Schweiz habe alles gehabt, was sie gebraucht hätten, alles geboten, was man bieten könne: «Wir bekamen Hilfsmittel – beispielsweise einen Rollstuhl für die Dusche, ein spezielles Bett – und sehr schnell.» Ausserdem betont er, dass sie immer wieder neue Hilfsmittel bekommen hätten, um mit dem Krankheitsverlauf der Mutter so gut wie möglich Schritt halten zu können. Auch die Treffen, welche die Patientenorganisation anbiete, seien wertvoll für seine Familie gewesen. Oft sehe man diese Arbeit nicht direkt, aber sie sei enorm wertvoll. Weitere Organisationen hätten sie ebenfalls unterstützt, darunter die Association Suisse Romande Intervenant contre les Maladies neuroMusculaires (ASRIMM), das Spital Wallis, dessen behandelnde Ärzte zu ihnen nach Hause gekommen seien, sowie Pflegefachpersonen und Spitex-Mitarbeitende aus der Region.
Spendensammlung an einem Ultratrail
Sie würden keine Wunder erwarten, sagt David Voltolini über die Wirkung ihrer Wildstrubel-ALS-Kampagne. Aber er habe schon gemerkt, dass in seinem Umfeld darüber gesprochen worden und eine gewisse Solidarität geweckt worden sei. Mit ihrer Aktion für ALS Schweiz wollen er und seine Partnerin Isabelle Beney-Sierro über die Krankheit aufklären und Spenden für ALS-Betroffene und Angehörige sammeln, um zu ihrer Unterstützung beizutragen.
Wildstrubel by UTMB
«Wild 110» 113 Kilometer, 6’600 Höhenmeter – der Trail gehört zu den UTMB World Series und verläuft rund um das Wildstrubel-Massiv beim Mont-Blanc.
10. bis 13. September 2026, Crans-Montana (VS)
https://wildstrubel.utmb.world/de
