Wenn das Wort «unheilbar» ins Leben platzt
Teil 4 unserer Serie über den Bergsteiger Willy Imstepf, dem die Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) diagnostiziert wurde: Er blickt in einen Spiegel und sagt, man lese erst nach der Diagnose, was diese Krankheit bedeute. Dann spricht er dieses Wort aus: «unheilbar». Das sei das Schlimmste daran, fährt er fort. Wenn man sich einen Arm breche, dann werde das wieder gut. Aber bei ALS, nein, das werde nicht mehr gut.
«Was will man machen», sagt er. Die Worte klingen nüchtern und doch merkt man, dass es ihn beutelt.» Er, der sich zeitlebens frei bewegte, von Steilhang zu Steilhang, von Berggipfel zu Berggipfel – kann heute seine Kleider nicht mehr selbst anziehen. Der einstige Bergsteiger schaut in den Himmel, die Kamera folgt einem Adler und zieht dann hinüber ins Laub eines Baumes, wo das Bild in einer Unschärfe stehenbleibt. Als würde es ausdrücken, dass sich kaum festmachen lässt, was mit ihm geschieht. Doch die Stimme von Willy Imstepf bleibt klar und er sagt: «Da muss man durch.»
ALS Schweiz begleitet Menschen mit ALS und ihre Angehörigen in genau dieser Realität – wenn das Wort «unheilbar» nicht mehr abstrakt ist, sondern Alltag. Zu den Angeboten der Patientenorganisation gehören unter anderem ein Hilfsmittel-Leihservice, Sozialberatung und psychologische Begleitung. Ausserdem Austausch- und Vernetzungstreffen sowie finanzielle Hilfe in Notlagen.



