Antworten in der Leere

Teil 5 unserer Serie über Willy Imstepf, dem die Krankheit ALS diagnostiziert wurde. Heute spricht seine Frau Christine über ihr Leben mit ihrem Mann und ALS. Darüber, wie sie erlebt, dass er immer mehr Hilfe braucht. Er, der Bergsteiger, der zeitlebens alles selbst machte.

Die Krankheit verändert die Beziehung zwischen Christine und ihrem Mann. Ihre Bedürfnisse seien in den Hintergrund gerückt, sagt sie und dennoch sei sie dankbar für die Zeit mit ihm. Und schon heute weiss sie, dass sie für ihren Mann einstehen wird. Anfangs sei sie im Leeren gestanden, erinnert sich Christine Imstepf. Man wisse schliesslich nicht, was auf einen zukomme. Eines Tages habe sie bei ALS Schweiz angerufen und gemerkt, wie hilfreich der Kontakt sei: «Hier bekomme ich Antworten, die mir niemand sonst hatte geben können», lobt sie.

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Wenn das Wort «unheilbar» ins Leben platzt

Teil 4 unserer Serie über den Bergsteiger Willy Imstepf, dem die Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) diagnostiziert wurde: Er blickt in einen Spiegel und sagt, man lese erst nach der Diagnose, was diese Krankheit bedeute. Dann spricht er dieses Wort aus: «unheilbar». Das sei das Schlimmste daran, fährt er fort. Wenn man sich einen Arm breche, dann werde das wieder gut. Aber bei ALS, nein, das werde nicht mehr gut.

«Was will man machen», sagt er. Die Worte klingen nüchtern und doch merkt man, dass es ihn beutelt.» Er, der sich zeitlebens frei bewegte, von Steilhang zu Steilhang, von Berggipfel zu Berggipfel – kann heute seine Kleider nicht mehr selbst anziehen. Der einstige Bergsteiger schaut in den Himmel, die Kamera folgt einem Adler und zieht dann hinüber ins Laub eines Baumes, wo das Bild in einer Unschärfe stehenbleibt. Als würde es ausdrücken, dass sich kaum festmachen lässt, was mit ihm geschieht. Doch die Stimme von Willy Imstepf bleibt klar und er sagt: «Da muss man durch.»

ALS Schweiz begleitet Menschen mit ALS und ihre Angehörigen in genau dieser Realität – wenn das Wort «unheilbar» nicht mehr abstrakt ist, sondern Alltag. Zu den Angeboten der Patientenorganisation gehören unter anderem ein Hilfsmittel-Leihservice, Sozialberatung und psychologische Begleitung. Ausserdem Austausch- und Vernetzungstreffen sowie finanzielle Hilfe in Notlagen.

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Sich nicht nur mit der Krankheit befassen

Teil 3 unserer Video-Serie über den Bergsteiger Willy Imstepf, dem die Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) diagnostiziert wurde. Diesmal spricht seine Frau, Christine Imstepf, über ihre Gedanken und Gefühle. «Anfänglich fiel es mir schwer, bei ALS Schweiz anzurufen», erinnert sie sich. Doch dann habe sie gemerkt, wie hilfreich dieser Kontakt ist. Denn nach der Diagnose sei sie im Leeren gestanden und habe sich gefragt, was auf sie zukomme. Von der Patientenorganisation erhalte sie Antworten, die sie nirgendwo sonst bekomme,

Eine schwere Erkrankung wie ALS beeinflusst immer auch das Leben der Angehörigen: «Meine eigenen Bedürfnisse rücken in den Hintergrund», verdeutlicht Christine Imstepf. Sie sei dankbar um die Zeit mit ihrem Mann, aber die Krankheit verändere ihre Beziehung, weil er vieles nicht mehr selbst machen könne. Trotzdem will sie ihm so gut helfen, wie sie kann, damit er noch eine möglichst gute Zeit hat. Und sie will so genau wie möglich von ihm wissen, was er sich wünscht, wenn die Krankheit weiter fortschreitet, denn sie möchte in seinem Sinn für ihn einstehen können.

Jetzt haben die beiden aber erstmal eine Reise geplant und wollen zum Jahreswechsel nach Nepal gehen. «Damit wir uns nicht ausschliesslich mit der Krankheit befassen», sagt Christine Imstepf. Zwei ihrer Freunde werden das Paar begleiten und darüber freut sich Christine Imstepf ganz besonders, denn, so sagt sie, dann sei sie nicht allein unterwegs.

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Weihnachtsgruss

Dieses schöne Bild hat uns zu Weihnachten erreicht – geschaffen von Lucia Risi, sie lebt seit 3 Jahren mit ALS. Die besondere Stimmung durch die Stärke und Ruhe des Bildes möchten wir gerne mit euch teilen.

Wir wünschen euch und euren Liebsten friedliche Festtage.

Die Geschäftsstelle ist vom 22. Dezember 2025 bis zum 2. Januar 2026 geschlossen.

Neues von ALS Schweiz

  • Video über den Bergsteiger Willy Imstepf
  • Teil 4 der Geschichte über Manuel Arn
  • Daten 2026: Austauschtreffen online und vor Ort
  • Wir stellen vor: Fabienne Moser, Projektleiterin Dienstleistungen

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Im Gedenken an Willi Dudler

Willi Dudler ist 72-jährig, als ihm die Diagnose ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gestellt wird. Bereits ein Jahr davor, so erzählte er uns, habe er Probleme mit dem Sprechen bekommen: «Als ob ich betrunken gewesen wäre», sagte er. Wenig später hätten die Leute angefangen, laut und langsam mit ihm zu sprechen, «als ob ich ihnen nicht mehr würde folgen können.»

Dann lässt sich Willi Dudler von seiner Frau Edith überzeugen, seine Stimme digital zu erfassen und ist einer der ersten in der Schweiz, welche unser «Voice Banking» versuchen. Anfangs sei es fremd gewesen, die Stimme ihres Mannes als digitale Kopie zu hören, erzählte seine Frau: «Es ist nicht 1:1, aber ich habe mich daran gewöhnt», sagte sie. Und die Grosskinder hätten Freude an der neuen, digitalen Stimme des Grossvaters, fuhr sie fort. Auch sein Umfeld reagierte gut. Als er einer Bekannten eine Aufnahme mit seiner synthetischen Stimme vorspielte, sagte diese: «Das bist ja du!» Willi Dudler lebte mit der bulbären Form der ALS, bei der besonders häufig Sprachprobleme auftreten. Den Schritt, seine eigene Stimme zu digitalisieren, schaffte er im allerletzten Moment und betonte immer wieder, er empfehle allen Betroffenen, auf keinen Fall so lange zu warten, wie er selbst.

Nun ist Willi Dudler im Alter von 75 Jahren verstorben. Wir danken ihm und seiner Frau Edith für ihre Offenheit, mit uns über ihr Leben zu sprechen und ihre Grosszügigkeit, uns zu erlauben, auch anderen von ihnen zu erzählen. Wir sind sehr dankbar dafür.

Willi Dudler, 10. Oktober 1950 – 6. Dezember 2025

Haben Sie Freude am Wintersport?

Dann entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten, die die Schweiz für Menschen mit Einschränkungen bereithält. Von speziell angepassten Skiangeboten über geführte Schneeschuh- und Winterwanderungen bis hin zu unvergesslichen Paragliding-Erlebnissen – für jedes Abenteuerlevel ist etwas dabei.

Die Schweizer Winterlandschaft bietet barrierefreie Angebote, die Sicherheit und Freude am Erlebnis in den Mittelpunkt stellen.
Wir wünschen Ihnen unvergessliche Momente und viel Vergnügen im Schnee!

Hier einige Angebote:

Association Différences Solidaires
– Ski & Schneesport mit Handicap | Swiss Ski School
– Unsere Winterangebote – Schweizer Paraplegiker-Vereinigung

In eigener Sache

Fabienne Moser – unsere neue Projektleiterin Dienstleistungen

Wer bist du?
Ich bin im Aargau aufgewachsen und lebe heute mit meinem Mann und unserem zweijährigen Sohn in Basel. Beruflich durfte ich schon in verschiedenen Branchen Erfahrungen sammeln, bevor ich meinen Platz in der Welt der Patientenorganisationen fand – zuerst bei der Rheumaliga Schweiz und nun mit grosser Freude bei der ALS Schweiz.

Was hat dich motiviert, bei ALS Schweiz zu arbeiten?
Als ich das Stelleninserat sah, war für mich sofort klar: Das passt zu mir! Die Aufgabe und die Werte des Vereins haben mich überzeugt. Nach drei Monaten im Team weiss ich, dass diese Arbeit für mich mehr als nur ein Job ist – sie liegt mir wirklich am Herzen.

Organisation ALS Schweiz

Themenabende: so nah und doch so fern

Diese Veranstaltungsreihe der palliative aargau schafft an drei Abenden Raum für eine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit.

Wie zum Beispiel an der Lesung, Trommelpoesie & Gespräch mit Thomas Gröbly.
Er ist Ethiker, Theologe und ALS-Betroffener. Seine Lyrik verbindet persönliche Erfahrungen, Naturverbundenheit und Gesellschaftskritik zu poetischen, oft skurrilen und humorvollen Texten. Im Kern feiern und hinterfragen seine Gedichte das Leben in all seinen Facetten – getragen von der Überzeugung, dass alles Lebendige miteinander verbunden ist.

Informationen: Themenabende im Stadtmuseum und neu im Reusspark! – palliative-aargau

Flyer zum Downloaden

«Man muss Hilfe annehmen»

Willy Imstepf sagt: «Ich war auf niemanden angewiesen.» Er habe Energie ohne Ende gehabt und sich frei gefühlt. Der Oberwalliser war 45 Jahre lang Bergsteiger; erklimmt unzählige Male das Matterhorn, steigt durch die Eiger-Nordwand und schafft zuletzt sogar Achttausender. Und immer konnte er sich auf seine Kraft verlassen. Ein guter Kletterer sei er nie gewesen, schmunzelt er, aber offenbar gut zu Fuss. Schritt für Schritt geht er, Meter für Meter, bis er auf den höchsten Bergen der Welt ankommt.

Heute braucht Willy Imstepf Hilfe beim Anziehen und Rasieren. Dass etwas nicht mehr stimmt, merkt er, als er seiner Frau den Kilimandscharo zeigen will. Zum ersten Mal in seinem Leben hat er Mühe mit einem Aufstieg. Danach lässt er sich untersuchen und erfährt, dass er ALS hat, eine unheilbare Nervenkrankheit. Im Video erzählt er über sein Leben und seinen Alltag mit der Krankheit. Darüber, dass er Hilfe annehmen muss. «Das muss man akzeptieren», sagt er. Und so kann er sich noch immer auf sich verlassen, so, wie es immer war. Jetzt den Clip mit Willy Imstepf schauen.

Video Willy Imstepf (8 Min.)